Selbstfürsorge für Führungskräfte: Energie statt Erschöpfung
Selbstfürsorge im Führungsalltag: Erkenne belastende Arbeitsmuster, plane echte Pausen und setze klare Grenzen für Deine Erreichbarkeit.
Dein Kalender ist voll, zwischen Terminen beantwortest Du Nachrichten und selbst nach Feierabend bleibt der Kopf bei der Arbeit. Selbstfürsorge für Führungskräfte beginnt damit, die eigenen Arbeitsbedingungen ernst zu nehmen. Welche Anforderungen kannst Du gestalten, und wo brauchst Du eine klare Vereinbarung mit anderen?
Es geht nicht um einen weiteren Punkt auf Deiner Aufgabenliste. Es geht darum, Arbeit, Erreichbarkeit und Erholung bewusster zu organisieren.
Selbstfürsorge gehört zum Führungsalltag
Wer Verantwortung trägt, stellt eigene Bedürfnisse leicht hinten an. Doch Deine verfügbare Zeit und Aufmerksamkeit sind begrenzt. Wenn Du dauerhaft jede Lücke mit einer neuen Aufgabe füllst, bleibt wenig Raum für konzentrierte Arbeit und Abstand.
Selbstfürsorge bedeutet auch, Grenzen sichtbar zu machen. Ein überlastetes Team, unklare Zuständigkeiten oder eine dauerhaft zu hohe Arbeitsmenge lassen sich nicht allein durch eine zusätzliche Pause lösen. Solche Bedingungen gehören in ein Gespräch über Prioritäten und Ressourcen.
Welche Arbeitsmuster kosten Dich Energie?
Beobachte einige Tage lang Deinen Arbeitsablauf. Notiere drei Situationen, die Dich besonders beansprucht haben. Beschreibe möglichst konkret, was passiert ist: Waren es ständige Unterbrechungen, widersprüchliche Erwartungen oder Aufgaben ohne klare Zuständigkeit?
Schreibe daneben, worauf Du selbst Einfluss hast und wo eine gemeinsame Lösung nötig ist. Diese Unterscheidung verhindert, dass Du jede Belastung als persönliche Organisationsaufgabe behandelst.
Vier praktikable Schritte für Deinen Alltag
- Pausen tatsächlich freihalten: Plane zwischen ausgewählten Terminen einen freien Abschnitt. Nutze ihn ohne zusätzliche E-Mails oder neue Aufgaben.
- Fokuszeit vereinbaren: Stimme mit Deinem Team ab, wann Du ungestört arbeitest und wie dringende Anliegen Dich in dieser Zeit erreichen.
- Erreichbarkeit klären: Besprecht, welche Nachrichten sofort beantwortet werden müssen und welche bis zum nächsten Arbeitstag warten können.
- Kapazität ehrlich benennen: Kommt eine neue Aufgabe hinzu, kläre, was dafür verschoben, abgegeben oder gestrichen wird.
Ein Beispiel: Der Kalender ohne Lücken
Zwischen zwei Besprechungen liegen zehn Minuten. Bisher öffnest Du sofort Dein Postfach. Diese Woche lässt Du diese kurze Zeit bewusst frei, notierst den nächsten wichtigen Schritt aus dem ersten Gespräch und kommst in Ruhe beim nächsten Thema an.
Zusätzlich prüfst Du, welche Besprechung überhaupt Deine Teilnahme braucht. So verbindest Du eine kleine persönliche Gewohnheit mit einer Veränderung an der Arbeitsorganisation.
Grenzen setzen, ohne Dich lange zu rechtfertigen
Eine klare Grenze enthält eine Information und einen nächsten Schritt: „Heute kann ich das nicht zusätzlich übernehmen. Ich kann es morgen prüfen, oder wir verschieben Aufgabe A.“ Damit machst Du den tatsächlichen Spielraum sichtbar.
Du musst nicht alles auf einmal verändern. Wähle eine Vereinbarung, die in Deinem Umfeld realistisch ist, und prüfe nach einer Woche, ob sie eingehalten wird. Wenn nicht, kläre, was ihre Umsetzung verhindert.
Dein nächster Schritt zu mehr Balance
Was Du im Alltag verändern möchtest, hängt auch von Deinen Prioritäten ab. Dazu passen die Beiträge über bewusste Selbstführung und Deine Werte als Kompass.
Wenn Du Deine Arbeitsmuster und Deine Führungsrolle reflektieren möchtest, findest Du Informationen zum Coaching mit Sabine Müller. Im persönlichen Erstgespräch könnt Ihr Dein Anliegen und mögliche nächste Schritte besprechen.