Selbstführung: Vom Funktionieren zum bewussten Führen
Selbstführung statt ständigem Reagieren: Wie Du als Führungskraft Prioritäten setzt, Verantwortung abgibst und Dein Team bewusster führst.
Du beantwortest Mails, springst von Meeting zu Meeting und löst Probleme für Dein Team. Am Abend warst Du beschäftigt, aber die wichtigen Themen sind liegen geblieben. Genau hier setzt Selbstführung an: Du entscheidest bewusster, wofür Du Deine Aufmerksamkeit und Deine Zeit einsetzt.
Gute Führung beginnt mit der Frage, wie Du Dich selbst durch Deinen Arbeitstag führst. Es geht darum, Deine Rolle klarer zu gestalten und Deinem Team Orientierung zu geben.
Was bedeutet Selbstführung für Führungskräfte?
Selbstführung heißt, die eigenen Gedanken, Gewohnheiten und Entscheidungen wahrzunehmen und am eigenen Handeln zu arbeiten. Dazu gehört, Prioritäten zu setzen, Grenzen zu benennen und die Wirkung auf andere zu reflektieren. Du kannst äußere Anforderungen nicht vollständig steuern. Deinen Umgang damit kannst Du jedoch überprüfen.
Funktionieren bedeutet oft, auf das Dringende zu reagieren. Bewusst führen bedeutet, zusätzlich Raum für Richtung, Zusammenarbeit und Entwicklung zu schaffen. Beides gehört zum Alltag. Entscheidend ist, ob Du noch selbst Prioritäten setzt.
Drei Gewohnheiten für gute Führung
- Prioritäten klären: Reserviere zu Wochenbeginn Zeit für die Frage: Welche drei Ergebnisse sind diese Woche für mein Team wirklich wichtig? Prüfe danach, ob Dein Kalender dazu passt.
- Verantwortung übergeben: Vereinbare beim Delegieren das gewünschte Ergebnis, den Entscheidungsspielraum und einen passenden Rückmeldetermin. So wird aus einer Aufgabe ein klarer Verantwortungsbereich.
- Erst fragen, dann lösen: Wenn jemand mit einem Problem kommt, frage: Welche Möglichkeiten siehst Du selbst? Höre zu, bevor Du Deine Lösung anbietest.
Ein Beispiel aus dem Führungsalltag
Ein Teammitglied fragt Dich, wie es eine Kundenanfrage beantworten soll. Du könntest die Antwort selbst schreiben. Oder Du klärst gemeinsam, welches Ergebnis wichtig ist, welche Grenzen gelten und welchen Vorschlag die Person hat. Die zweite Variante braucht anfangs Aufmerksamkeit. Sie gibt Deinem Gegenüber jedoch Gelegenheit, eigene Entscheidungen zu üben.
Selbstführung zeigt sich hier darin, den vertrauten Impuls zum schnellen Übernehmen zu bemerken und bewusst anders zu handeln. Das bedeutet auch, Unterstützung anzubieten, wenn die Aufgabe den vereinbarten Rahmen übersteigt.
Warum der Wechsel schwerfallen kann
Vielleicht bist Du durch Deine fachliche Stärke in die Führungsrolle gekommen. Dann fühlt es sich zunächst ungewohnt an, nicht jede Antwort selbst zu geben. Frage Dich: Welche Aufgaben brauchen tatsächlich meine Fachkenntnis, und wo braucht mein Team eher Klarheit oder Vertrauen?
Deine Übung für diese Woche
Notiere an drei Arbeitstagen jeweils eine Situation, in der Du nur reagiert hast, und eine, in der Du bewusst gestaltet hast. Wähle anschließend eine kleine Änderung für die kommende Woche. Zum Beispiel einen ungestörten Planungstermin oder eine Aufgabe, deren Verantwortung Du klar übergibst.
Vertiefe Deine Reflexion mit dem Artikel Deine Werte als Kompass. Für schwierige Situationen findest Du weitere Fragen unter klare Entscheidungen treffen.
Mehr Klarheit in Deiner Führungsrolle
Du möchtest Deine Rolle und Deine nächsten Schritte gemeinsam reflektieren? Auf der Seite zum Führungskräfte-Coaching mit Sabine Müller erfährst Du mehr. Im persönlichen Erstgespräch könnt Ihr klären, was Dich aktuell beschäftigt.