Selbstreflexion für Führungskräfte: Deine Werte als Kompass
Selbstreflexion für Führungskräfte: Erkenne Deine persönlichen Werte, prüfe Zielkonflikte und übersetze Deine Haltung in konkrete Entscheidungen.
Du hast beruflich viel erreicht und fragst Dich trotzdem, ob Dein Alltag noch zu Dir passt? Selbstreflexion für Führungskräfte beginnt oft mit genau dieser Frage. Eigene Werte können Dir helfen, genauer zu benennen, was Dir wichtig ist und wo Dein Handeln davon abweicht.
Werte geben keine fertige Antwort auf jede Situation. Sie bieten aber eine Grundlage, um Entscheidungen bewusster zu treffen und Deine Haltung verständlich zu machen.
Was persönliche Werte im Beruf bedeuten
Werte beschreiben, was Dir wichtig ist: etwa Verlässlichkeit, Freiheit, Fairness, Entwicklung oder Verbundenheit. Ein Ziel ist ein konkretes Ergebnis. Ein Wert beschreibt, wie Du handeln und zusammenarbeiten möchtest.
„Ein Projekt abschließen“ ist zum Beispiel ein Ziel. „Verlässlich zusammenarbeiten“ kann ein Wert dahinter sein. Dieser Unterschied hilft Dir, auch unter veränderten Bedingungen nach passenden Handlungen zu suchen.
Eine Übung zur Selbstreflexion
- Erinnere Dich an drei stimmige Situationen: Wann hast Du Dich bei der Arbeit am richtigen Platz gefühlt? Was hast Du getan, und was war Dir daran wichtig?
- Notiere wiederkehrende Themen: Ging es um Gestaltungsspielraum, einen fairen Umgang, Lernen oder etwas anderes? Formuliere Deine Begriffe in eigenen Worten.
- Wähle drei zentrale Werte: Beschreibe jeden Wert mit einem Satz. Was bedeutet beispielsweise „Respekt“ für Dich im konkreten Verhalten?
- Vergleiche mit Deinem Alltag: Wo werden diese Werte bereits sichtbar? Wo möchtest Du etwas verändern?
Nutze die Übung als Bestandsaufnahme. Es gibt keine richtige Rangfolge, die Du übernehmen musst. Entscheidend ist, dass die Begriffe für Dich eine konkrete Bedeutung haben.
Von einem Wert zu einer sichtbaren Handlung
Angenommen, Fairness ist Dir wichtig. Im Team verteilst Du zusätzliche Aufgaben bisher an die Personen, die am seltensten Nein sagen. Ein nächster Schritt wäre, die vorhandenen Kapazitäten gemeinsam sichtbar zu machen und die Verteilung nach nachvollziehbaren Kriterien zu besprechen.
So wird aus einem abstrakten Begriff eine beobachtbare Handlung. Genau das macht Selbstreflexion für Deine Führungspraxis nutzbar.
Was tun, wenn Werte miteinander in Konflikt geraten?
Vielleicht möchtest Du zuverlässig für Dein Team da sein und zugleich genügend Zeit für Dein Privatleben haben. Beides kann Dir wichtig sein. Frage deshalb nicht nur: Welcher Wert ist wichtiger? Frage auch: Welche Vereinbarung würde beiden mehr Raum geben?
Klare Vertretungen und abgestimmte Erreichbarkeitszeiten können beispielsweise hilfreicher sein als der Versuch, jederzeit verfügbar zu bleiben. Nicht jeder Konflikt lässt sich vollständig lösen. Benenne deshalb auch, welchen Kompromiss Du bewusst eingehst.
Authentische Führung im Alltag überprüfen
Nimm Dir am Ende einer Woche zehn Minuten Zeit. Welche Entscheidung entsprach Deiner Haltung? Wo hast Du gegen einen eigenen Wert gehandelt, und welche Anforderung stand dahinter? Wähle eine Situation, die Du beim nächsten Mal anders gestalten möchtest.
Weitere Fragen findest Du im Artikel Entscheidungen treffen. Der Beitrag über persönliche Veränderung im Beruf hilft Dir, aus einer Erkenntnis einen überschaubaren Schritt zu machen.
Deine Werte und Deine Führungsrolle reflektieren
Du möchtest genauer verstehen, was Dir beruflich wichtig ist und welche Handlungsmöglichkeiten Du hast? Informiere Dich über das Führungskräfte-Coaching mit Sabine Müller oder besprich Dein Anliegen im persönlichen Erstgespräch.